Ich muss das sicherlich nicht noch aussprechen, nur liegt es mir so am Herzen und dreht Kreise in meinem Kopf, daher muss ich dazu etwas schreiben.

Auch wenn ich jetzt seit 1995 in Berlin lebe und hier die eine oder andere Wohnung bewohnt habe, noch dazu oft genug mit meinen Eltern und auch alleine versucht habe, von Berlin los zukommen und in diversen anderen Städten gelebt habe. So bin ich schockiert – wieder einmal – wie die aktuelle Wohnungsmarkt-Situation in Berlin aussieht.

Ich hatte das leidliche Vergnügen den Wohnungsmarkt in Köln Ende 2014 zu erkunden. Trotz mittelständischem und überdurchschnittlichem Einkommen, war es mir beinahe unmöglich, die geeignete Wohnung zu finden. Mittlerweile bin ich auch der festen Überzeugung, dass die 1/3 Nettoeinkommen-Regel im mittleren bis hohem Preissegment einfach nicht mehr greift.

Nun ist es kein Geheimnis, das auch der Wohnungsmarkt in Berlin angespannt ist und gerade weil seit dem 1. Juni 2015 das Bestellerprinzip gilt und der Mieter in der Regel keine Provision mehr zahlen muss, gleicht die Wohnungssuche eher einer mittelschweren bis supergauschweren Katastrophe. Vermutlich hat das jeder schon einmal erlebt (mindestens!), dass zu einer Wohnungsbesichtigung die Anzahl an Interessenten die Masse von zwei Klassenstufen deutlich übersteigt.

Ich empfinde es als unfassbar frustrierend, entnervend und -kräftend, sich mit im Schnitt 80 Personen um 50-60qm Wohnraum verbal, optisch und einkommenstechnisch zu messen. Ganz ehrlich frage ich mich, ob ich das Geld und die Nerven nicht lieber in einen sehr langen Wellness-Urlaub investieren sollte. – Aber die Hoffnung und der Wille auf DIE Traumwohnung, die dann einen längeren, urlaubsgleichen Zustand für Verstand und Seele ergibt, ist einfach stärker.

So sah ich mich auch heute wieder in einer leeren Wohnung stehen und versuchte dem Makler, mit Sympathie und Charme, bestmöglich in Erinnerung zu bleiben.

Ob es geholfen hat? Das werden wir sehen.